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Beitrag zum Harry Potter Countdown 2024 auf fanfiktion.de
Motto: 25. Jubiläum des Erscheinungsdatums des Gefangenen von Askaban ✖ 08. Juli 1999
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Florean Fortescue
– eine Randfigur, die eine Hauptfigur hätte sein müssen.
voller Potential ✖ unerwartet ✖ spannend
zum Geisterplot verkommen.
Sodann die Tradition, das ist die Behauptung,
daß das Gesetz bereits seit uralten Zeiten bestanden habe,
daß es pietätlos, ein Verbrechen an den Vorfahren sei,
es in Zweifel zu ziehn.
(Friedrich Wilhelm Nietzsche)
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┌──── TRADITIONEN ────┐
Florean wischte Glasvitrinen ab und sah zu, wie Harry an seinem Aufsatz über Hexenverbrennung im Mittelalter schrieb. Dass er dabei Hilfe brauchte, sah Florean sofort. Nachdenklich drehte Harry seinen Federkiel zwischen Zeigefinger und Daumen, nicht bemerkend, dass er dabei Tintenklekse verteilte. Florean musste lächeln.
„Noch ein Vanille Sundae, Harry?“
Harry sah von seinem Pergament auf. „Vielen Dank! Zu gütig von Ihnen, Mr. Fortescue! Da kann ich nicht nein sagen!“
Florean sah auf das Pergament. „Weißt du, wie du Pluspunkte sammeln könntest?“
Harrys Augen wurden groß. „Nein… Wie denn?“
„Nunja, es gab bei Hexenverbrennungen auch den sogenannten Gnadenakt.“, begann Florean und seine rehbraunen Augen sahen von dem Pergament zu Harry, welcher die Stirn runzelte.
„Gnadenakt?“, wiederholte er. „Will ich wissen, was das ist?“
„Es ist brutal, so wie die Hexenverbrennungen an sich… Beim Gnadenakt erwürgt man die Hexe erst, bevor man sie verbrennt!“
Harry klappte der Mund auf. Er war sprachlos. „Bitte was? Was soll daran ein Gnadenakt sein?“
Florean schüttelte den Kopf. „Menschen können grausam sein, aber nicht alle sind so, Merlin sei Dank.“ Dann bemerkte er Harrys schockiertes Gesicht.
„Oh… entschuldige, wenn ich dich damit erschüttert habe. Ich wollte dir nur helfen…“
Harry nickte bestürzt.
„Weißt du was, du machst jetzt erstmal eine große Pause mit einem großen Vanille Sundae, ok? Und als Entschuldigung bringe ich dir jede halbe Stunde einen neuen Sundae!“
Florean sah, wie Harrys Mundwinkel etwas nach oben gingen.
Erleichtert ging Florean hinter die Theke und bereite für Harry den Sundae zu. Er liebte es, Eisbecher zuzubereiten und vor allem, welche zu kreieren. Vor einem Jahr noch, erinnerte er sich, war Harry mit seinen Freunden Ron und Hermine hier. Sie haben alle eine Erdbeer-Erdnussbutter-Eistüte bekommen, die er bis heute immer wieder verfeinerte.
Florean Fortescue war bekannt für seine Eisiele. Sie eilte seinem Ruf weit über Hogsmeade voraus. Und darauf waren Florean und sein Vater stolz.
Sein Vater hatte die Eisdiele von seinem Vater geerbt, Floreans Opa. Es war Tradition, dass der Sohn oder die Tochter den Eissalon fortführen.
Und da war noch eine weitere, nicht ganz so schöne Tradition, die Florean schwer schlucken ließ und das vor allem beim Anblick von Harry.
Er mochte den Jungen, sehr sogar und er wollte ihn dringend noch mehr helfen, doch konnte er ihn nur bei seinem Referat helfen.
Mit traurigen Augen sah er hinter der Anrichte hervor und sah den fleissigen Harry, welcher in schicker Gryffindor-Montur dort saß und weiter an seinem Vortag arbeitete. Gryffindor stand für Mut und Florean hätte auch etwas Mut gebrauchen können um sich gegen seinen Vater durch zu setzen. Nicht weil er den Betrieb der Eisdiele nicht fortführen wollte, sondern weil er Harry keine Informationen weitergeben dürfte. Noch nicht…
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„Florean, er ist noch jung und außerdem hat er soviel um die Ohren! Lass ihn noch etwas Zeit!“
„Aber…“, erwiderte Florean, doch er wusste bereits tief im Inneren, dass sein Vater recht hatte.
Sein Vater war ein Stück größer als Florean, sowie auch sein Bart etwas länger und krauser war als der von Florean, allerdings war der seines Vater, und auch die Haare auf seinem von Geheimratsecken gekröntem Haupt, von weißen Haaren durchzogen.
„Kein aber! Du kannst Harry in ein paar Jahren von dem Diadem und dem Elder Stab erzählen.“, erwiderte sein Vater und setzte seinen Eiskaffee ab. Seine dunklen Augen ruhten auf Florean. In seinem Blick lag appellierende Besorgnis.
Florean schüttelte hilflos den Kopf, „Er kommt seit Tagen in unsere Eisdiele! Das ist doch die Gelegenheit, ihn davon zu berichten!“
„Wir geben diese Geheimnisse seit Generationen weiter. Unsere ehrenwerten Vorfahren haben sie nicht umsonst an uns weitergegeben und jetzt ist einfach nicht der richtige Zeitpunkt, um Harry die Informationen zu dem Diadem und dem Stab zu geben. Wir sollten uns so ehrenvoll wie unsere Vorfahren verhalten und auf den richtigen Moment warten. Verstehst du, was ich damit sagen will, mein Sohn?“ Seine Hand umklammerte sein Getränk. Es war, als müsse er sich irgendwo festhalten, was sein Sohn nicht mitbekam.
Florean schüttelte wieder den Kopf. Er konnte kaum fassen, was sein Vater da von ihm verlangte. „Aber die Informationen könnten ihm helfen!“, protestierte er, wild mit den Händen gestikulierend.
„Das ist mir durchaus bewusst, Florean! Nur eben jetzt nicht. Was soll Harry jetzt mit den Hinweisen anfangen?“
„Die Graue Dame sagte, sie habe einem gewissen Tom Riddle von dem Diadem erzählt und wir wissen beide, wer das heute ist!“
„Auch das ist mir bewusst!“, seufzte sein Vater. Innerlich schauderte er bei den Gedanken an Voldemort und seine Jünger. Er riss sich zusammen und sprach weiter: „Wir drehen uns im Kreis und reden seit Wochen ständig nur noch über dieses Thema, Florean! Ich bitte dich inständig, Harry noch nichts zu erzählen!“
Florean resignierte schlussendlich. Und sein Vater hatte Recht, dieses Gespräch hatten sie mindestens drei Mal in der Woche und sogar jeden Tag seitdem Harry täglich in ihren Eissalon kam.
„Gut, aber bei seinen Hausaufgaben werde ich ihm helfen! Und Vater…“
Dieser sah Florean wortlos mit starrer Miene an.
„Irgendwann müssen wir Harry die Informationen geben!“
Sein Vater nickte stumm.
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