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Seven of Nine – Tertiäres Attribut von Unimatrix Zero spürte niemals Zweifel. Die Borg waren das Maß aller Dinge. Jeder, der sich ihnen widersetzte war blind – aber sie würden ihnen helfen, die Wahrheit zu sehen.
Spezies 8472 hätte zur Perfektion der Borg beigetragen, aber sie widersetzte sich, drohte sogar, die Borg zu vernichten. Dies konnte nicht zugelassen werden.
Die Menschen waren eine durchschnittliche Spezies, aber sie hatten einen taktischen Vorteil. Sie hatten eine Waffe gegen Spezies 8472 gefunden. Welch Arroganz, dass der Captain dieses einzelnen, kleinen, unbedeutenden Schiffes meinte, sie könne den Borg Bedingungen diktieren!
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Dann war sie aus dem Kollektiv entrissen. Sie war plötzlich von einem unendlich großen, unendlich mächtigen Wesen, zu einem kleinen, einsamen Staubkorn geworden. Dieses Dasein war unerträglich. Nicht erstrebenswert. Nicht erhaltenswert. Verzweifelt rammte sie ihren Kopf immer wieder in das Energiefeld. Es fügte ihr nicht genug Schaden zu.
Seven of Nine hasste Janeway. Sie hasste sie dafür, dass sie sie dem Kollektiv entrissen hatte. Sie würde ihr die Überschreitung ihrer Grenzen heimzahlen, in einer ebenso physischen Form.
Würde sie die Gelegenheit finden, würde sie sie assimilieren. Sie stellte sich vor, wie sie den Captain greifen und ihr ihre Assimilationsröhren in den Hals rammen würde. Sie spürte Genugtuung bei dem Gedanken an die Schmerzen, die mit einer Assimilation einher gingen. Die Erinnerung daran, war eine der wenigen, die ihr aus ihrer Kindheit geblieben waren. Erst ein unfassbarer Schmerz, der ihren Verstand auffraß und dann durch die eine Stimme des Kollektivs wiederum konsumierte wurde.
Sie würde dem Captain all ihren Schmerz zeigen und ihre Gefühle von Hass und Verachtung aus erster Hand spüren lassen.
- Dann wäre sie nicht mehr allein. Es wären zwei Stimmen in ihrem Geist. -
Seven of Nine schüttelte angewidert den Kopf. Die Stimme dieser Frau verfolgte sie ohnehin ständig. Ihre Versprechungen von Individualität und Freiheit. Für Seven waren sie gleichbedeutend mit Einsamkeit und Chaos. Allein der Gedanke ließ eine Welle von Angst durch ihre Eingeweide schießen, der eine neuerliche Welle von Wut folgte.
Janeway hatte wohl ihre abrupte Bewegung wahrgenommen. Sie wandte sich ihr zu und erkundigte sich nach ihrem Befinden. Die Aufmerksamkeit des Captains erhöhte nur Seven of Nines Aggression. Sie forderte erneut, nicht in irrelevante Konversation verwickelt zu werden.
Sie würde sich von der scheinheiligen Zuwendung des Captains nicht einlullen lassen. Mit grimmiger Entschlossenheit nahm sie sich vor, keinerlei äußere Zeichen ihrer inneren Zustände mehr zuzulassen.
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In einer Jeffreysröhre hatte sie eine Möglichkeit entdeckt, auf eine Kommunikationsstruktur zuzugreifen. Das war ihre Chance, das Kollektiv zu kontaktieren. Sie hatte keine Sekunde gezögert und Harry Kim aus dem Raum befördert, ohne Rücksicht auf seine Gesundheit. Sie hatte den Raum mit einem Kraftfeld gesichert und begonnen, eine Nachricht zu senden. Sie wollte sich wieder sicher fühlen, umfangen von erlösender Taubheit.
Doch die Crew der Voyager hatte ihr dies nicht gestattet. Besonders dieses irritierende Individuum, Kes. Sie hatte ihren Kommunikationsversuch unterbrochen und sie hatte auch das todbringende Implantat aus ihrem Hirn entfernt. So hatte sie verhindert, dass der Captain endlich einsah, dass sie sie nicht assimilieren konnte.
Seven of Nine verachtete Kes. Aber sie beobachtete, wie die gesamte Crew, Interesse an ihr nahm. Es ging irgend eine körperliche Veränderung mit ihr vor, die sie zu einer Gefährdung für das Schiff werden ließ.
Trotz allem, terminierte sie der Captain nicht. Ein klarer Fehler in der Einschätzung der Situation. Sie verhielt sich irrational. Sie hielt an einem einzelnen Individuum fest, bloß aufgrund von Sentimentalität und Emotionen. Doch trotz ihres mangelhaften Urteilsvermögens, folgten alle Individuen auf dem Schiff weiter dem Captain.
Dieses Verhalten war die Antithese zu allem, was Seven of Nine bisher kennen gelernt hatte und Kathryn Janeway setzte sie diesem Chaos aus. Nicht nur das, sie prophezeite ihr, sie würde sich diese Werte eines Tages zu eigen machen. Sie schwor sich, dass das niemals geschehen würde.
Kes hatte das Schiff verlassen und die Voyager zehn Lichtjahre weit, über den Raum der Borg hinweg, geschleudert. Damit war es besiegelt. Sie war eine einzelne Drohne, ohne Aussicht auf Reassimilation.
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Abseits von regelmäßigen Terminen in der Krankenstation, zur Wartung ihrer Implantate und den unvorhersehbaren, aber häufigen Besuchen des Captains, fand sich Seven of Nine allein. Sie sehnte sich nach anderen Stimmen und so bat sie Commander Chakotay um eine Aufgabe auf dem Schiff. Sie bot sich an, an einer Methode zu Transwarpreisen zu arbeiten. Er hatte sie B´Elanna Torres unterstellt, um im Maschienenraum zu assistieren. Doch ihre Präsenz erregte den Ärger der Halbklingonin, die außerdem keinen Hehl daraus machte, dass sie sie nicht tolerierte.
Seven hatte schnell bemerkt, dass sie nach einer Auseinandersetzung mit der Chefingeneurin stets eine weitere folgte. Eine mit Captain Janeway. Sie genoss es, die Rolle des Captains heraus zu fordern.
Sie konnte effizient arbeiten und wusste, eine nächste Auseinandersetzung würde sich ereignen. Sie meldete sich jeden Tag wieder zu ihrer Schicht im Maschinenraum.
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Es hatte einen Unfall im Maschinenraum gegeben. Tachyonstrahlung kontaminierte die Reaktionskammer des Warpkerns. Alle Versuche, das Leck zu verschließen und die Reaktion zu stabilisieren scheiterten und der Warpkern musste abgeworfen werden, um eine Katastrophe zu verhindern.
Zum Ende dieser Schicht fand sie sich einmal wieder im Bereitschaftsraum des Captains. Sie hatte ihr ein Getränk angeboten, was Seven verneinte, mit dem Hinweis, dass sie alles, was sie benötigte durch ihren Alkoven bekam. Janeway erwähnte, dass der Doktor der Meinung war, ihre Physiologie wäre bereit, feste Nahrung zu sich zu nehmen. Wieder war Widerwille in ihr aufgestiegen. Wann und ob sie Nahrung aufnahm, war einzig ihre Entscheidung. Sie würde sich nichts mehr aufzwingen lassen.
Dann war Janeway zu dem eigentlichen Grund für das Gespräch gekommen. Sie hatte sie der Sabotage verdächtigt. Seven fühlte sich, als hätte man ihr den Boden unter den Füßen entzogen. Sie wusste, die Beschuldigung des Captains war absolut haltlos. Sie hatte bereits akzeptiert, dass eine Rückkehr zu den Borg für sie unmöglich war. Mehrfach hatte sie konstatiert, dass sie von nun an dem Kollektiv der Voyager dienen würde.
Trotzdem echauffierte sie der Gedanke mehr als erwartet, dass Kathryn Janeway ihr einen Akt der Sabotage überhaupt zutraute. Ihre Gefühle waren ein unkontrollierbarer Wirbel in ihrem Inneren. Die meisten konnte sie nicht identifizieren. Klar erkennen konnte sie nur die altbekannte Wut. Sie war wütend darüber, dass der Captain sie dazu manipulierte, nach ihrer Anerkennung zu streben.
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Als Flüchtlinge von Spezies 330, den Caatati, den aufgrund des Unfalls ausgeworfenen Warpkern stahlen und diesen nutzten, um die Voyager unter Druck zu setzen, forderten sie ebenfalls Seven of Nines Auslieferung, um sie für die Verbrechen der Borg an den Caatati zur Verantwortung zu ziehen.
Seven of Nine folgte konsequent der Denkweise der Borg und fügte sich sofort dieser Forderung. Aber das war nicht ihr einziger Grund. In den Händen der Caatati könnte sie wieder nur Borg sein. Sie konnten und wollten nichts anderes in ihr sehen. Zweifelsohne, würden sie sie innerhalb eines vorhersehbaren Zeitraumes terminieren, aber diese Aussicht auf Klarheit war sehr tröstlich für Seven.
Nachdem offenbar all ihre Bemühungen der Anpassung offenbar erfolglose geblieben waren, war dies sicher eine akzeptable Lösung für alle Beteiligten.
Aber für Captain Janeway war dieser logische, effiziente Weg keine Option. Sie beharrte darauf, dass sie, Seven of Nine, nun zu deren Gemeinschaft gehörte und das sie niemanden aus dieser Gemeinschaft opfern würde. Ein weiteres Mal beobachtete Seven dieses irrationale Verhalten des Captains und wieder nahm es sie Wunder, dass kein einziges Mitglied der Crew dagegen protestierte.
Ein Akt des Mitgefühls. Seven of Nine war stumm, als sie in sich hinein fühlte. Dieser Zustand war angenehm. Sie empfand keine Wut in diesem Moment und ein seltsames Gefühl von Wärme, das nicht durch die Außentemperatur hervorgerufen war. Es war ein Gefühl der Ruhe, frei von Angst oder Wut oder Misstrauen, dass sie zu erhalten wünschte.
Sie imitierte dieses Verhalten deshalb auch für die Caatati. Sie untersuchte ihre Datenbank auf deren technische Bedarfe und replizierte eine Thorium-Matrix, um ihnen zu ermöglichen, sich selbst zu versorgen, statt als Bettler und Diebe ihr Leben zu fristen.
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Seven of Nine beobachtete körperliche Reaktionen bei sich, welche sie nicht einordnen konnte. Scheinbar grundlos fühlte sie innere Unruhe. Ihr Puls, Blutdruck und Atemfrequenz erhöhten sich. Nach nur wenigen Vorfällen dieser Art hatte sie erkannt, dass dieses Gefühl der Anspannung mit der Anwesenheit des Captains korrelierte. Sie schlussfolgerte, dass dies durch die fortwährende Irritation hervorgerufen wurde, die sie empfand, wenn sie mit dem Captain interagierte.
Der Captain versprach ihr Freiheit und Individualität, aber wann immer sie etwas aus eigener Initiative tat, wurde sie dafür gerügt. Sie empfand mehr und mehr Frustration und lies diese den Captain spüren, indem sie ihre Entscheidungen in Frage stellte und sie intellektuell herausforderte.
Die Abende und Nächte waren besonders schwer für Seven of Nine. Der größte Teil der Crew befand sich schlafend in deren Quartieren. Auf dem Schiff wurde es still. Unheimlich still. Sie fühlte Anspannung. Während solchen Nächten, war sie häufig nicht in der Lage zu regenerieren. Captain Janeway hatte sie aufgefordert, sie zu Kontaktieren, sollte sie etwas benötigen. Es brauchte niemals lange, bis Seven of Nine mit der ersten, kritischen Frage, das „menschlich Sein“ betreffend, sich an der Türschwelle des Captains meldete. Dies wurde zu einem andauernden Ritual zwischen ihr und dem Captain. Seven of Nine war erstaunt, dass der Captain ihre Anfrage niemals ablehnte. Egal zu welcher Zeit des Tages, für sie war sie immer zu erreichen.
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Es hatte eine weitere Diskussion stattgefunden. Seven war sich bewusst, dass diese keinen weiteren Sinn hatte, als ihre Frustration an Captain Janeway auszulassen. Wie auch immer, die Reaktion des Captains war anders als sonst. Sie hatte sie zum Holodeck geführt und dort zu einem „Kampf“ aufgefordert.
Seven of Nine war frustriert, weil sie, so sehr sie es auch versuchte, den Captain scheinbar niemals aus der Ruhe brachte. Aber sie war sich ihrer körperlichen Überlegenheit sicher und fasziniert von dem Gedanken, dem Captain selbst das Gefühl der Unterlegenheit, des Versagens, des nicht ausreichend Seins zu geben und dass sie durchaus nicht diejenige war, die in dieser Konstellation unterlegen war. Nein, das waren sicherlich die Menschen, mit ihren kleinen, unbedeutenden, flatterhaften Bedürfnissen.
Seven of Nine hatte dem Velocity-Spiel zugestimmt, welches sich, entgegen ihren Erwartungen, zu Gunsten des Captains entwickelte. Sie hatte die Bewegungsmuster des Captains gescant, um ihre Taktiken zu adaptieren. Der Captain hatte sie hierbei offenbar ertappt. Zum Ende der ersten Runde hatte sie Sevens Blick, der über ihren Körper striff, mit ihren Augen gefangen. Seven erfasste alle Daten. Sie sah wie die Gesichtsfarbe des Captains sich änderte, ihr Puls sich erhöhte, ihre Körpertemperatur stieg. Sie nahm den angenehmen Geruch des erhitzten Körpers des Captains wahr. Aber innerhalb dieses Spiels gelang es ihr nicht, sich anzupassen. Sie verlor.
Zurück in ihren Alkoven, analysierte sie die Bewegungsmuster des Captains und empfand mit einem Mal eine neue körperliche Reaktion. Als sie die unrührbare Kathryn Janeway in körperlich erhitztem Zustand, sich vor Augen führte. Als sie Bilder aus ihrem photographischen Gedächtnis aufrief, wie Janeway ihre Beine während einer Drehung erst weit spreizte, um sie dann schnell zusammen zu ziehen und damit eine beschleunigte Bewegung zu erzeugen.
Seven of Nine empfand noch immer die altbekannte Abneigung gegen den Captain und gleichzeitig, empfand sie ein Gefühl von Spannung in ihrem Unterleib. Sie war neugierig und spielte noch einige Male mehr die Szene ab, wie der Captain auf effiziente Art die Gesetze der Physik ausnutzte, um ihre Bewegungen zu beschleunigen. Wieder intensivierte sich das Gefühl von Anspannung in ihrem Unterleib. Als nächstes waren da diese Augen.
Seven of Nines Regenerationszyklus endete vorzeitig. Die körperliche Anspannung war einfach zu groß. Ihre Gedanken waren noch bei Captain Janeway, der Frau, die sie so unsagbar enervierte. Aber sie hatte aus ihr unbegreiflichem Grund keinen Zugriff auf diesen Ärger, der ihr zu so einem treuen Begleiter geworden war. Trotzdem wollte sie an dieser Wut festhalten, sie gab ihr Sicherheit. Sie konzentrierte sich darauf, sich an all die Dinge zu erinnern, die sie an Captain Janeway verachtete.
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Seven empfand eine Art von Verlust, weil sie keinen tatsächlichen Zugang mehr zu der Wut und der Verachtung Captain Janeway gegenüber, fühlte. Sie war mehr als nur verwirrt, ausgerechnet diese Person als eine Quelle für sexuelle Erregung zu entdecken. Sie beschloss, dass dies ein typisch irrationaler Teil des Menschseins war.
Sie überprüfte die Gründe für ihre Abneigung. Der Captain verhielt sich irrational und ließ sich von Intuitionen und Emotionen leiten. Dies führte zu Ineffizienz und häufig auch zu unnötig gefährlichen Situationen. Da sie ein Teil des Voyagerkollektivs war, konnte sie assistieren, indem sie die Mängel des Captains durch möglichste Präzision, Effizienz und Logik ausglich. Des Weiteren waren diese individuellen Gedanken, die sich ihr aufzwangen, irrelevant.
Sie konzentrierte sich darauf, ihre Pflichten zu erfüllen. Ihr innerer Konflikt war verborgen hinter ihrer Maske aus Borgmanirismen und Borgausdrücken.
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Seven of Nine arbeitete bei maximaler Effizienz. Sie verbesserte die Sensibilität von Sensoren und fand Wege, die Kalibrierung der Maschinen noch präziser zu machen. Was sich hierdurch nicht verbesserte, war das Verhältnis zu B´Elanna Torres. Mehrfach hatte diese sich nur mühsam zurück halten können, sie körperlich zu attackieren. Nicht, dass Seven besorgt gewesen wäre.
B´Elanna Torres hatte ihre regelmäßigen Beschwerden bei Captain Janeway eingestellt. Statt dessen fand sich Seven nun immer einmal wieder in einem Gespräch mit Commander Chakotay. Chakotay verhielt sich wie ein Schiedsrichter. Mal gab er Seven recht, mal B´Elanna Torres. Anschließend forderte er sie stets beide auf, ihren Dienst wieder aufzunehmen. Seven of Nine stellte fest, dass sie durch diese Art der Führung weniger über Motivation und Auswirkung menschlicher Verhaltensweisen lernte, als durch die Gespräche mit Janeway.
Seven lernte, den Input des Captains zu schätzen. Wann immer sie ihre Einschätzung einer Situation mit ihr teilte, erhöhte sich Sevens Aufmerksamkeit. Sie registrierte minutiös, was Captain Janeway als angenehm, erstrebenswert, wichtig oder verachtenswert oder lächerlich erachtete. Im Vergleich zu den Gesprächen, die sie mit dem Rest der Crew hatte, schienen ihr die Aussagen des Captains besonders durchdacht und relevant. Möglicherweise war das einer der Gründe, weshalb sie als Captain von allen, Föderation wie Maquis, anerkannt war. Sicherlich war es der Grund, weshalb Seven sie als relevant anerkannte.
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Das Velocityspiel war zu einer wöchentlichen Regelmäßigkeit geworden und weiterhin suchte Seven den Captain häufig auf. Aber sie beobachtete an sich, dass es ihr nicht mehr darum ging, den Captain zu provozieren. Sie hatte festgestellt, dass es ihr möglich war, emotionale Reaktionen bei Kathryn Janeway hervor zu rufen, indem sie gute Arbeit leistete. Sie hatte das primäre Ziel des Captains - Schnellstmögliche Rückkehr in den Alphaquadranten – zu ihrem eigenen gemacht und arbeitete nun fanatisch daran, dieses zu erreichen.
Sie hatte einige Erfolge: In Kooperation mit Harry Kim hatte sie ein astrometrisches Labor eingerichtet. Dies hatte die Effizienz der Voyager signifikant erhöht. Sie hatte sich neben dem Dienst im Maschinenraum, Aufgaben im astrometrischen Labor gesucht und hier umso effizienter ihre Talente nutzen können. Sie erweiterte die Reichweite der astrometrischen Sensoren und entdeckte dabei ein Kommunikationsnetzwerk von Spezies 478. So war es dem Captain möglich gewesen, Kontakt mit der Sternenflotte aufzunehmen.
Captain Janeways Mimik hatte sich vollkommen verändert. Ihre Gesichtszüge waren weich, ihre Augen groß, häufig spielte ein kleines Lächeln um ihre Mundwinkel. Die Blicke, die sie auf Seven richtete, erzeugten ein warmes, angenehmes Gefühl in ihrer Brust. Sie hatte ihr sogar die Hand auf die Schulter gelegt und ihre gute Arbeit gelobt.
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Einige Wochen später erreichte die Voyager über das Kommunikationsnetzwerk eine Nachricht der Sternenflotte, diese steckte aber in einer der Relaisstationen fest. Die zwei Tage, die es dauerte, zu dieser Station zu kommen, hatte Seven daran gearbeitet, Teile der Nachricht zu extrahieren.
Der Doktor hatte sie daran erinnert, dass sie nun mehr Mensch als Borg war. Er schalt sie dafür, ihre Regenerations- und Wartungszyklen zu übergehen. Seven war mehr als bewusst, wie menschlich sie geworden war. Emotionen waren irrelevant, aber ihre Gedanken waren nicht abzubringen, von Kathryn Janeway. Des Captains Prioritäten waren zu ihrer einzigen Priorität geworden. Sie konnte nicht anders, als an dieser Nachricht zu arbeiten. Sechs Worte in 58 Stunden war ein lächerlicher Wert, aber es war das, was der Captain wollte.
Dann hatten sie die Relaisstation erreicht und Teile der Nachricht überspielt. Es waren Briefe. Als Seven die darunterliegende, kodierte Nachricht entdeckte, hatte der Captain diese wichtige Nachricht zunächst ignoriert. Statt dessen hatte Janeway sie gefragt, was sie bei dem Gedanken empfand, in den Alphaquadranten zurück zu kehren. Wahrheitsgemäß hatte sie geantwortet, dass dieser Gedanke keinerlei emotionale Resonanz in ihr erzeugte. Janeway hatte sie darauf hingewiesen, dass sie auf der Erde möglicherweise Verwandte hätte.
Mit einem Schlag traf Seven die Erkenntnis. Janeways Priorität war, zur Erde und zu ihren Verwandten zurück zu kehren. Sie erwartete, dass Seven dies ebenfalls tat. Angst ergriff sie bei dem Gedanken. Würden sie ihr Ziel erreichen, würde sie den Captain niemals wieder sehen. Seven versuchte, diese Emotionen zur Seite zu drängen. Einzig das Erreichen ihres primären Ziels war relevant.
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Viele Crewmitglieder der Voyager haben Nachrichten von zuhause erhalten, inklusive Captain Janeway. Seven war verwirrt. Sie hatte geglaubt, sich die Anerkennung und das Vertrauen von Kathryn Janeway erarbeitet zu haben. Nur 26 Stunden zuvor hatte sie ihr anerkennend zugelächelt.
Nun war ihr Blick kalt und ihr Gesicht ausdruckslos.
Sie nahm Sevens Initiative, das Eindämmungsfeld der Station von einem Shuttle aus zu stabilisieren, gerade mal zur Kenntnis. Sie sah sie kaum an, statt dessen schickte sie Tuvok, den Sicherheitsoffizier, mit auf die Mission.
Tuvoks Anwesenheit war verletzend. Obwohl Tuvok unter den Individuen der Voyagercrew derjenige war, dessen Präsenz sie am tolerabelsten fand, neben Kathryn Janeway. Als Vulkanier ließ er sich niemals durch irrationale Gefühle von logischen Entscheidungen abbringen. Sie hatte die Arbeit mit ihm inzwischen zu schätzen gelernt.
Der Captain suchte häufig seinen Rat, mehr noch als den ihres ersten Offiziers. Möglicherweise konnte Tuvok ihr ebenfalls helfen, etwas Klarheit zu gewinnen. Sie erhoffte sich von ihm eine Erkenntnis darüber, wie der Captain tatsächlich über sie dachte. Statt dessen stellte Tuvok seinerseits Fragen darüber, wie sie über den Captain dachte. Er fragte schlicht, ob die Meinung des Captains für sie von Relevanz sei.
Seven of Nine wurde klar, dass die Meinung und das persönliche Wohlergehen von Kathryn Janeway das einzige war, was sie motivierte. Es war das einzige, worüber sie außerhalb ihrer Arbeit nachdachte und es war das einzige wonach sie strebte. Sie fühlte ihr pulsierendes Herz und das Adrenalin in ihren Venen, als eine Ahnung in ihr aufkam, was der starke Affekt Kathryn Janeway gegenüber, bedeutete.
Sie fühlte Scham darüber, zuzugeben, dass sie menschlichen Emotionen erlegen war. Also antwortete sie Tuvok, dass ihrer Meinung nach, die Einschätzung des Captains für jedes Individuum Priorität haben sollte.
Für sich selbst, hatte sie beobachtet, dass sie Kathryn Janeway liebte. Dies hatte nur für sie selbst relevanz, ihre tägliche Routine blieb unberührt.
